CdW 34/2026

Heute erscheint eine weitere Cyanotypie,

Heute erscheint eine weitere Cyanotypie in dem charakteristischen tiefen Preußischblau auf cremeweißem Papier, die im Rahmen des letzten Italienaufenthaltes entstanden ist. Die Komposition zeigt ein diagonales Muster aus länglichen, organischen Formen, die von der linken unteren zur rechten oberen Bildecke verlaufen – wie eine Reihung aus flachen, ovalen bis blattartigen Elementen. Die Formen haben weiche, leicht ausgefranste Ränder, die charakteristisch für die kameralose Belichtungstechnik sind.

Der Kontrast zwischen den kräftigen blauen Flächen und dem weißen Grund erzeugt eine fast rhythmische, wellenartige Struktur – wie Schuppen oder Kiesel, die über die Fläche ziehen. An den Rändern sind zudem Pinselspuren sichtbar, ein Hinweis darauf, dass die Cyanotypie-Lösung von Hand aufgetragen wurde, was der Arbeit einen unregelmäßigen, malerischen Rand verleiht.

Das unten stehende Foto gibt Auskunft über die Aufnahmesituation. Es zeigt, dass ich das mit fotoaktiver Eisensalzlösung vorbehandelte Papier in der prallen römischen Mittagssonne zwischen die maschenförmigen Kunststoffnetzschichten eines Baustellenzauns platziert und ca. 10 Minuten belichtet habe.